Der Lancaster Kanal

Mit dem Bau des Lancaster Canals wurde Ende des 18. Jahrhunderts begonnen, um Kohle aus den Midlands in das Gebiet um Lancaster zu transportieren. Er wurde nie ganz fertiggestellt: in der Mitte, wo der Kanal den Fluss Ribble überquert, mussten die Güter auf Loren umgeladen werden, ehe nach 8 km der Kanal fortgesetzt wurde. Erst jetzt, im 21. Jahrhundert, ist dieser “Ribble Link”, mit dem der Lancaster Kanal endlich mit dem übrigen Kanalnetz verbunden werden wird, in leicht abgeänderter Form im Bau. Mit der Fertigstellung wird Ende 2001 gerechnet. Auch das nördliche Stück, von Tewithfield bis Kendal soll wieder restauriert werden. Ja, es gibt sogar Pläne, den Kanal bis zu den Seen des Lake District zu verlängern. Aber das wird dann ein ganz anderer Kanal sein als der heutige. lancasterlock

Derzeit sind ca. 85 schleusenlose Kilometer befahrbar. Ein Stichkanal mit 6 Schleusen führt nach Glasson Docks und dem Meer. Der Kanal ist wenig befahren und bietet vielfältige Landschaft, imposante Aquadukte, z.B. über den Lune, 210 m lang und 20 m hoch, und die lebhafte Stadt Lancaster, mit schönen alten Gebäuden, einem Schifffahrtsmuseum und sehr schönen Pubs. Vor der “Water Witch” können sie anlegen. Nördlich von Lancaster wird das Gelände flach und der Kanal nähert sich der Küste. In Hest Bank schliesslich trennen nur noch ca. 200Meter den Kanal von der Morecambe Bay. Der Kanal verläuft etwas erhöht, sodass Sie von Bord aus aufs Meer blicken. Alles in allem ein sehr abwechslungsreicher und interessanter Kanal, der zumindest jetzt noch nicht sehr bekannt ist.

Wir hatten bei Nu-Way-Acorn in Carnforth gemietet. Es ist uns leider nicht möglich, Ihnen hier einen Link anzubieten. Eine Anschrift finden Sie hier. Das Boot war ganz interessant: kein Narrowboat, sondern ein etwas breiteres Kunststoffboot, mit Steuerstand vorne in der Kabine und einem Schiebedach über die ganze Breite, sozusagen ein Kabrioboot. Und das englische Wetter, das sowieso besser ist als sein Ruf, hat es uns dann auch gestattet, in der Sonne zu sitzen.

Wir haben die Fahrt verbunden mit einem Kurzbesuch in Blackpool, dem traditionellen Arbeiter-Seebad, das noch immer ungeheuer dynamisch, eindeutig für die werktätigen Massen zugeschnitten und ziemlich faszinierend ist. Etwas gediegener, aber auch sehr viel verschlafener, ist Morecambe. Auch dies war einmal ein Erholungsort für die Arbeiterschaft aus Birmingham und Manchester. Heutzutage ist eine Pauschalreise in den Süden inclusive Flug auch von England aus billiger, als 14 Tage im Land Urlaub zu machen (von der Sonne und dem Essen ganz abgesehen), sodass die Zeichen des Niedergangs nicht zu übersehen sind.

Zum Schluss sind wir dann noch in den Lake District gefahren, eine der schönsten Landschaften Englands. Zahlreiche Seen, überragt von sanft abgerundeten Bergen laden ein zum Ausruhen, Wandern, Rudern oder was auch immer. Zurückgefahren an die Ostküste der Insel sind wir dann über die Yorkshire Moores, eine in ihrer Kargkeit ebenfalls sehr beeindruckende Landschaft.

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